Heft 01

Jakob erwacht

Berlin, 14. Mai 2026
1. Juni 2026 · ~0.3k Wörter

Hinweis: Dies ist ein Platzhalter-Heft zur UX-Validierung des Serien-Hubs. Der echte Text entsteht ab dem 14. Mai 2026 durch die Ink-Daemon-Pipeline. Bis dahin: ein paar Absätze zur Atmosphäre.

I.

Der erste Tag bei Meridian beginnt mit einer Tür, die kein Schild trägt. Jakob steht davor, in der Hand die Mappe, die er sich vorhin aus dem leeren Büro genommen hat, in der anderen den Kaffee, der schon kalt ist. Er hat ihn nicht angerührt.

Die Tür öffnet sich ohne Geräusch.

Drinnen riecht es nach Papier, das zu lange in einem geschlossenen Raum gelegen hat. Nach Bohnerwachs. Nach etwas, das Jakob nicht benennen kann, etwas wie nasses Holz im Spätsommer. Er tritt ein, und sein Magen zieht sich zusammen, ohne dass er weiß, warum.

Am Schreibtisch sitzt ein Mann, der älter aussieht, als er sein kann. Vielleicht sechzig. Vielleicht zweihundert. Die Augen sind das Problem. Die Augen sehen aus, als hätten sie schon einmal jemanden wie Jakob angesehen — vor langer Zeit, an einem anderen Ort — und sich nicht wundern können, dass er wieder da ist.

»Herr Rennert«, sagt der Mann. »Setzen Sie sich.«

Jakob setzt sich.

»Sie sind der Dritte«, sagt der Mann.

»Wie bitte?«

»Der dritte, der heute anfängt. Eine kleine Welle, wir nennen das so.«

Jakob nickt. Aber etwas in ihm hat zugehört, was nicht gesagt wurde. Der dritte. Die zwei vor mir haben aufgehört zu fragen.

Er schiebt den Gedanken weg.

»Womit fange ich an?«

Der Mann lächelt. Das Lächeln passt nicht zu seinen Augen.

»Mit einem Archiv«, sagt er. »Das niemand mehr finden soll.«

— Ende Heft 01 —